In your Twenties

about the lifestyle of a 20sth
KARRIERE

[KARRIERE] WAS ICH AUS MEINEN NEBENJOBS GELERNT HABE

Bereits im zarten Alter von gerade mal 13 Jahren fing ich an bei meiner Mutter in der Praxis mitzuarbeiten. Ich half in meinen Ferien aus, wenn ihre Rezeptionistin im Urlaub oder krank war und verdiente mir in kleines Extra-Taschengeld dazu. Dieser (zwar unregelmäßigen, aber doch zu verschiedenen Zeitpunkten immer wiederkehrenden) Tätigkeit ging ich beinahe 10 Jahre nach.

Doch schon bald kamen einige Nebenjobs dazu, die mir ein kleines geregeltes Einkommen sichern sollten:

Ich arbeitete in einem Coffeeshop, einem Fitnessstudio, einem Autohaus, einem Callcenter und bei einer Catering-Firma. Einige Jobs waren von Dauer, andere beendete ich bereits nach wenigen Monaten wieder. Nachdem ich nun meinen ersten Vollzeitjob angenommen habe, kann ich auf meine Erfahrungen als gelegentliche Jobberin zurückblicken und sagen, dass ich doch einiges gelernt habe.

Ich lernte, mir meine Zeit gut einzuteilen

Von all meinen Nebenjobs, denen ich bisher nachgegangen bin, forderte mich der erste vermutlich am Meisten. Ich arbeitete in den Schulferien in der Praxis meiner Mutter. Die Leute hatten Zeit zur Physiotherapie zu gehen und die Ärzte kamen kurz vor der Hochphase wieder zurück aus dem Urlaub. Da saß ich 14-jähriges Mädchen und wusste manchmal nicht wo mir der Kopf stand.

Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass mir dieser „Stress“ sehr gut tat. Ich lernte schnell, mich und meine Arbeit zu organisieren und dadurch wertvolle Zeit zu sparen. Das musste ich auch, schließlich wollte ich keine Belastung, sondern eine Hilfe für den Betrieb sein.

Noch heute, mit Anfang 20, gibt es einige aus meinem Bekanntenkreis, die in ihrem Leben noch nicht viel arbeiten mussten. Sicher gibt es Ausnahmen, aber ich stellte doch immer wieder fest, dass bei diesen Personen das Zeitmanagement oftmals zu wünschen übrig lässt.

Das ist für den privaten Bereich weniger problematisch. Im ersten richtigen Job ist es allerdings von essentieller Bedeutung. Ohne gutes Zeitmanagement lauft ihr Gefahr durch hektisches Arbeiten Fehler zu machen oder aber eine stolze Summe an Überstunden aufzubauen. Nichts davon wird euch auf Dauer glücklich machen, deshalb lieber frühzeitig damit anfangen eure Arbeit gut einzuteilen und eure Zeit effizient zu nutzen.

Ich lernte, auch meine Freizeit effizient zu gestalten

Der Begriff „effizient“ passte in dem vorigen Punkt natürlich besser. Ich verbinde ihn eigentlich immer mit etwas Beruflichem. Gerade wenn man aber mehrere Nebenjobs gleichzeitig ausübt, oder unregelmäßige Arbeitszeiten hat, ist es wichtig sich auch über die Planung der Freizeit Gedanken zu machen. Oftmals erwischte ich mich dabei, wie ich in meiner freien Zeit stundenlang vor dem Handy oder dem Fernseher saß und eigentlich nichts sinnvolles machte. Das ist natürlich auch mal schön, lässt einen aber schnell zur Couch Potatoe mutieren. Außerdem führte es in meinem Fall dazu, dass ich Treffen mit Freunden oder Arzttermine (ja, auch das gehört zur Freizeit) in meinem Terminkalender immer am gleichen Tag vorfand. Von einem Termin in den nächsten zu hetzen macht auch in der Freizeit keinen Spaß. Deshalb erschuf ich mir einen Plan um Pläne zu machen. Das beweist wieder, dass ich tatsächlich ein Organisationsfreak bin. Aber auch das kann von Zeit zu Zeit sehr nützlich sein.

Inzwischen plane ich auch meine Freizeit so weit es geht im Voraus. Nachdem ich das Bloggen (momentan auch noch) zu meiner Freizeit zähle, muss dafür zusätzlich Zeit gefunden werden. Freunde treffen, ins Kino gehen, Arzttermine, Familienfeiern – alles steht mindestens eine Woche vorher in meinem Kalender. Das hilft mir auch den Überblick zu behalten, wenn sich doch einmal eine spontane Sache ergibt. Zeitmanagement tatsächlich auch in der Freizeit? – It‘s a YES from me.

Ich lernte, Prioritäten zu setzen

Schon frühzeitig zu lernen Prioritäten (richtig) zu setzen, war vermutlich das beste was mir passieren konnte. Inzwischen bin ich bei einer Arbeitswoche von insgesamt 60 Stunden darauf angewiesen.

Auch damals ging es schon darum, wie ich meinen Tag organisierte, sowohl in der Arbeit, als auch vorher oder nachher. Gab es wichtige Rechnungen zu bezahlen, die an diesem Tag Deadline hatten? Dann am besten noch vor der Arbeit erledigen. Den Abwasch? Lieber auch direkt erledigen, nach der Arbeit hat man ja doch keine Lust mehr. Geburtstagstelefonate sind am Abend besser angesetzt, man weiß ja nie wie lange es dauert.

In der Arbeit schreibe ich mir seither eine Liste was alles zu tun ist und plane, wann ich es erledigen werde und wie viel Zeit ich dafür aufwenden muss/möchte. So vermeide ich, so gut es geht, tausende an Überstunden anzusammeln. Ich sage es immer wieder, finde aber auch, dass es sehr wichtig ist: Ein optimales Zeitmanagement zu haben, ist genauso viel wert, wie durch Überstunden zu glänzen. Wenn nicht sogar noch viel mehr. Ihr solltet euch ein System aneignen und dieses beibehalten, dann ist es auch gar nicht schwer pünktlich ins Büro zu gehen und pünktlich wieder raus zu kommen.

Ich lernte, mich gut zu präsentieren

Wenn es in der Uni um interne oder externe Präsentationen von Projekten ging, drückten sich die meisten meiner Kommilitonen immer davor. Mündliche Prüfungen wurden eher vorsichtig und kritisch beäugt, bevor man sich darauf einließ.

Ich war das komplette Gegenteil davon. Als sich mir einmal die Chance bat, das größte unserer Projekte bei einer großen Marke zu präsentieren, sprang ich als erste auf. Es dauerte einige Zeit, bis sich eine Zweite aus meiner Studiengruppe dazu bereiterklärte. Ich habe mich bereits in der Schule immer auf Referate gefreut, denn ich wusste dass diese zu meinen Stärken gehörten. Die Übung von Jahr zu Jahr ab der Unterstufe gab mir die nötige Sicherheit, die ich nun im Job brauche.

Gerade in den Nebenjobs, ist man häufig eher ein kleines Licht, das eher weniger bemerkt wird. Dieses sollte man aber nicht bleiben. Spätere Praktikumsstellen, oder der erste richtige Arbeitgeber haben ja nur die Zeugnisse, die ihr aus dem Studium oder aus gelegentlichen Nebenjobs mitbringt. Wenn ihr hier euch hier schon hervorgetan habt, obwohl die Bezahlung meistens nicht überdurchschnittlich groß ausfällt, habt ihr bei den meisten schon mal einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.

Tretet selbstbewusst auf. Nicht nur ein Vortrag ist eine Präsentation. Ihr präsentiert euch tagtäglich, immer wieder. Non-verbal, verbal, alleine, gemeinsam mit anderen – es gibt unendliche Möglichkeiten und dem solltet ihr euch bewusst sein. Achtet darauf, wie ihr wahrgenommen werden wollt, was ihr verkörpern wollt. So entwickelt ihr ganz von selbst eine Person, auf die ihr stolz seid und zu der andere aufsehen können.

Ich lernte, selbstbewusst zu sein

Dieses Thema geht natürlich Hand-in-Hand mit dem vorigen. Euch gut zu präsentieren klappt nur, wenn ihr auch ein gewisses Selbstbewusstsein an den Tag legt. Das wird euch immer wieder begleiten. Im Studium, im Beruf, aber auch im privaten Umfeld.

Gerade in den ersten Jahren, in denen ich arbeitete, passierten mir immer wieder Fehler (nicht, dass ich heute keine mehr mache – irren ist schließlich menschlich). Das waren meistens kleine, die keinen großen Schaden anrichteten. Trotzdem wurde ich darauf hingewiesen. Mal freundlicher, mal weniger freundlich. Kritik annehmen zu können, ist im Leben wichtig. Annehmen und darüberstehen – so lautet meine Devise. Das ist, gerade zu Beginn, nicht immer leicht. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein klappt es aber.

Bestimmt kommt es vor, dass ihr euch schlecht fühlt, nachdem ihr kritisiert wurdet. Das sollte aber nicht so sein. Nehmt Kritik professionell auf und überlegt euch kurz (!) was ihr falsch gemacht habt und wie ihr einen solchen Fehler in Zukunft vermeiden könnt. Dann geht ihr wieder eurer Arbeit nach. Es bringt nichts, sich stundenlang Gedanken darüber zu machen und sich einzureden wie schlecht ihr seid. Lieber den Blick nach oben richten und weitergehen.

Ich lernte, worauf es für mich im Leben ankommt

„Klar, sie ist gerade mal 23 Jahre alt und weiß worauf es im Leben ankommt. Lächerlich.“

Das denken sich sicher einige. Die Leser, die sich das jetzt denken, haben aber die Überschrift nicht richtig gelesen. Denn ich rede hier nur davon, dass ich gelernt habe, worauf es für MICH im Leben ankommt.

Ich dachte in der Schule immer, ich will viel arbeiten, viel Geld verdienen. Am besten irgendwo anders. Ich komme alleine schon klar. Freund? Pff. Wer richtet sich heute schon noch nach einem Mann. Völlig überbewertet. Auf die Karriere kommt es an. – Für manche mag das sicher zutreffen. Für mich nicht.

Als ich während meines Studiums ein Praktikum in München machte, wurde mir das zum ersten Mal bewusst. München ist eine Stadt, die von meiner Heimat definitiv nicht aus der Welt ist (wie man sieht – schließlich sitze ich inzwischen täglich im Zug und fahre einmal hin, einmal zurück). Damals wohnte ich aber für 6 Monate dort. Ich war gerade 1 Jahr mit meinem Freund zusammen und dachte mir, 5 Tage die Woche kann ich schon alleine sein, was macht das schon.

Bereits an dem Tag, als ich nach München zog und wir zusammen auf dem Weg dorthin waren, wusste ich schon, dass mir das sehr wohl etwas ausmachte. Von diesem Tag an, zählte ich jeden einzelnen verbliebenen Tag, jede Stunde bis ich wieder zurück nach Hause konnte. Ich packte Mittwoch meinen Koffer, um das Gefühl zu haben, dass bald wieder Wochenende ist und ich ENDLICH aus dieser großen Stadt, die einen so einsam aussehen lässt, entfliehen konnte.

Ich bin froh, dass ich die Erfahrung während eines zeitlich befristeten Praktikums und nicht bei einem richtigen Vollzeitjob gemacht habe. Nun bin ich täglich zwar 4 Stunden unterwegs um in die Arbeit und wieder nach Hause zu kommen, aber ich weiß wofür ich das tue.

Inzwischen bin ich 3 Jahre mit meinem Freund zusammen und wir werden auch bald gemeinsam nach München ziehen. Der Zeitpunkt passte und wir sind so einen Kompromiss eingegangen, mit dem wir beide leben können. Es bringt nichts, wenn sich eine Person unglücklich macht. Findet heraus, worauf es EUCH ankommt und nicht, was eure Freunde oder eure Familie vielleicht als richtig erachten. Denn damit wird ganz sicher niemand glücklich.

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