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Die Finanzen im Blick: Wie du einen Sparplan entwickelst

Geld regiert die Welt. Jeder spricht davon, fast alle wollen mehr davon haben. Geld kann unser Leben stark beeinflussen. Positiv wie negativ. Umso wichtiger ist es, dass du deine Finanzen optimal im Blick hast. Je nachdem wie groß dein persönliches Sicherheitsbedürfnis ist, kann es absolut nicht schaden eine kleinere oder größere Summe zur Seite gespart zu haben.

Ich war nie gut darin Geld zur Seite zu sparen. Während meine Freunde davon erzählten, dass sie kein Geld mehr für den Monat hatten, dann war in der Regel auf dem Girokonto so gut wie nichts mehr drauf, allerdings lagen oft mehrere tausend Euro auf Sparkonten, in Bausparverträgen oder Wertpapieren. Wenn ich davon erzählte kein Geld mehr für den Monat zu haben, dann war auf dem Girokonto so gut wie nichts mehr drauf und so etwas wie Sparkonten, Bausparverträge oder Wertpapiere existierten schlicht und ergreifend nicht.

Mit meinem ersten richtigen Job wurde es daher Zeit, meine Finanzen in den Griff zu bekommen. Also entwickelte ich einen Sparplan. Nach zwei Monaten hatte ich bereits 800 Euro gespart. Natürlich entsteht eine solche Summe nur, wenn du einen Vollzeitjob und möglichst geringe Lebenshaltungskosten hast. Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist, also warum nicht einfach mal anfangen? Etwas Geld in Reserve kann schließlich nie schaden.

1. Bestandsaufnahme der Finanzen: Was habe ich? Was brauche ich?

Um einen effektiven Sparplan zu entwickeln musst du dir selbst ein Versprechen geben: Sei ehrlich zu dir! Es bringt nichts, wenn du bestimmte Ausgaben vor dir selbst versteckst, weil sie deiner Meinung nach unnötig sind, du sie aber dennoch jeden Monat tätigst. Bevor du diesen ersten Schritt gehst, mach dir Bewusst, dass du hier harte Ehrlichkeit brauchst. Also los geht‘s!

Welche regelmäßigen (monatlichen) Einkünfte habe ich?

Das ist der spaßige Teil. Schreibe dir alle Beträge zusammen, die regelmäßig auf dein Konto fließen. Das können verschiedene Dinge sein, zum Beispiel:

  • Gehalt

  • Mieteinkünfte

  • Zurückgezahlte Darlehen

  • Staatliche Zuschüsse

  • Kindergeld

  • … und vieles mehr

Mach dir wirklich einmal kurz Gedanken darüber, was regelmäßig auf dein Konto fließt. Oftmals ist es tatsächlich mehr als du zunächst angenommen hast.

Welche festen (monatlichen) Ausgaben habe ich?

Zugegeben, der Teil macht nicht so viel Spaß und führt uns vor Augen wie viel Geld von dem, was wir verdienen, wir bereits zu Beginn des Monats wieder ausgeben. Dazu gehört unter anderem:

  • Miete

  • Abzahlung von Krediten

  • Telefon- und Internet Rechnungen

  • Stromvertrag

  • Versicherungen (KFZ, Rechtsschutz, Hausrat, etc.)

  • Öffentliche Verkehrsmittel

  • … und so weiter

Sei auch hier wirklich ehrlich zu dir. Es bringt nichts, bestimmte Ausgaben vor dir selbst zu verstecken. Nur, wenn du dir wirklich alles vor Augen führst, kannst du richtig planen.

2. Optimierung der Finanzen: Wie kann ich meine Ausgaben verringern?

Die Summe deiner Ausgaben kann im ersten Moment sehr demotivierend wirken. Es scheint, als ob an diesen festen Ausgaben kein Weg vorbei führt, aber das tut es oftmals doch. Sicherlich nicht komplett, dennoch lassen sich die Ausgaben aber optimieren.

Optimiere deine laufenden Verträge

Du zahlst zum Beispiel jeden Monat 40 Euro für deinen Handyvertrag? Das muss definitiv nicht mehr sein. Es gibt so viele günstigere Optionen. Mit Sicherheit findest du einen Vertrag für 20 oder 25 Euro pro Monat, der dir die gleichen Freiheiten lässt wie der Vertrag zuvor. Stell dir vor, du kannst jeden Monat 20 Euro sparen. Das sind am Ende des Jahres bereits 240 Euro!

Vielleicht etwas drastisch, aber dennoch möglich: Mach dir Gedanken darüber, wie viel Geld du für deine Wohnung ausgibst und ob das wirklich gerechtfertigt ist. Gerade meine „Nachbarn“ im Raum München werden davon ein Lied singen zu können. Ist es gerechtfertigt für eine 3-Zimmer-Wohnung, die sich noch nicht einmal im Stadtzentrum befindet, 1.600 Euro zu bezahlen? Oder 800 Euro für ein WG-Zimmer auszugeben? Vermutlich nicht. Gerade in den teuren Städten (München, Hamburg, Wien, Zürich, etc.) meint man oft, dass man keine andere Wahl hätte. Doch die gibt es. Es gibt noch Vermieter, die einen nicht über‘s Ohr hauen wollen, sondern die den Fokus auf einen netten, zuverlässigen Mieter, anstatt auf 200 Euro mehr pro Monat legen. Auch die Beantragung von Wohngeld kann in manchen Fällen Sinn machen. Wenn du örtlich flexibel bist, ist es vielleicht auch eine Möglichkeit etwas weiter aus der Stadt raus zu ziehen, wo trotzdem noch eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gegeben ist. Hier musst du entscheiden, was dir wichtig ist.

Zu dem Thema „Was dir wichtig ist“ gibt es noch einen weiteren Punkt. Hier musst du stark sein, denn nun ist deine Ehrlichkeit mit dir selbst ein weiteres Mal gefragt. Erinnerst du dich noch an den Vertrag im Fitnessstudio, den du vor 2 Jahren abgeschlossen und bisher vielleicht zehn mal genutzt hast? Und was ist mit diesen monatlichen Abonnements von diversen Video-On-Demand Diensten? Brauchst du wirklich drei davon? Wie häufig liest du eigentlich die Zeitschrift, für die du jedes Jahr 60 Euro bezahlst? Schreibe dir wirklich einmal alles davon zusammen und dann schmeiße all die Verträge und Abonnements heraus, die du entweder ohnehin nicht benutzt, oder die du nicht mehr unbedingt brauchst. Da wird schon wieder eine hübsche Summe zusammenkommen, das verspreche ich dir.

Optimiere deine zusätzlichen Ausgaben

Ich stelle die Frage einfach geradeheraus: Wie oft pro Woche isst du auswärts, oder bestellst dir dein Essen nach Hause? Alle, die nun erschrocken zusammengezuckt sind, nehmen sich für die nächsten Wochen ein Papier und einen Stift und schreiben sich genau diese Ausgaben auf. Du wirst überrascht und erschrocken zugleich darüber sein, welche Summe sich hier ansammelt. Stell dir nur einmal folgendes Szenario vor:

Du gehst jeden Mittag mit deinen Kollegen zum Essen und gibst durchschnittlich zehn Euro aus. Das sind pro Woche 50 Euro. Zusätzlich gehst du noch einmal pro Woche mit Freundinnen oder deinem Partner abends essen. Das ergibt noch einmal 30 Euro (man will ja schließlich auch gemütlich etwas trinken). Außerdem hast du an einem Tag keine Lust zu kochen und bestellst dir etwas vom Lieferservice. Dieser ruft einen Mindestbestellwert von 20 Euro auf, die nochmals pro Woche anfallen. Alles zusammengerechnet kommst du monatlich auf einen Betrag von 400 Euro! Und hier sind deine Wocheneinkäufe im Supermarkt noch nicht mitgezählt … so kommt man gut und gerne mal auf 600 Euro pro Monat NUR für das Essen.

Ich weiß, das trifft nicht auf alle Personen zu, aber auf viele. Mich möchte ich da gar nicht außen vor lassen. In der Vergangenheit sah mein Monat oftmals genauso aus. Seitdem ich das gekürzt habe, kann ich viel mehr Geld pro Monat zur Seite legen. Ich will damit nicht sagen, dass du komplett auf solche Dinge verzichten sollst. Aber kürze die Ausgaben doch zumindest schon einmal um die Hälfte. Das wäre doch bereits ein guter Anfang!

3. Mittelfristige Planung der Finanzen: Wie viel möchte ich pro Monat sparen?

„Am besten 1.000 Euro, damit ich mir sehr bald eine sehr große Villa mit einem sehr großen Auto kaufen kann.“ … sollte nicht deine Antwort darauf sein. Sicher spreche ich häufig davon, dass wir uns große Ziele setzen sollen. Gerade beim Umgang mit Finanzen müssen es aber auch realistisch erreichbare Ziele sein.

Wenn du gar nicht weißt, wie viel es werden soll, dann sind 10 – 20 % vom monatlichen Nettoeinkommen immer ein guter Anhaltspunkt. Das kann wirklich jeder beiseite legen. Ganz wichtig dabei ist: Lege dein Sparziel fest, und spare das Geld gleich zu Monatsanfang beiseite. Die Aussage „Ich spare alles, was diesen Monat übrig bleibt“ ist der sichere Weg zum Scheitern deines Sparplans. Wenn du das Geld auf dem Konto hast (und gerade, wenn das nicht wahnsinnig viel ist), wirst du es auch ausgeben. Wenn das Geld aber erst einmal runter ist, gibst du es auch nicht mehr aus und hast deine Wunschsumme gespart. So einfach ist das.

Bist du aber wirklich so diszipliniert, dass du nicht all dein Geld, das dir pro Monat zur Verfügung steht, ausgibst, kannst du natürlich noch weiter sparen. Nimm dann ALLES, was am Ende des Monats noch übrig ist und spare es ebenfalls zur Seite. Verdienst du zum Beispiel 2.000 Euro pro Monat, lassen sich so mit ein bisschen Übung jeden Monat 400 – 500 Euro sparen. Das sind auf das Jahr hoch gerechnet 4.800 – 6.000 Euro!

4. Langfristige Planung der Finanzen: Welche Sparziele habe ich?

Überlege dir, wofür du dein Geld sparst. Ist es vielleicht eine lang ersehnte Fernreise? Eine Weiterbildung? Ein neues Auto? Eine Immobilie? Oder sogar die eigene Hochzeit? Es gibt viele kleinere und größere Ziele. Irgendeines hat man immer. Auch wenn dieses klein ist, motiviert es doch, wenn man es stets vor Augen hat.

Stell dir also zum Beispiel ein Bild deines Ziels als Hintergrund auf deinem Computer oder deinem Handy ein. So siehst du jeden Tag, worauf du hinarbeitest. Selbst wenn du kleine Schritte in diese Richtung machst: Kleine Schritte sind besser, als gar keine. Also: Los geht‘s!

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4 Kommentare

    1. Liebe Cindy,
      danke für deinen lieben Kommentar 🙂 das denke ich auch! Jeder sollte sich früher oder später (am besten früher ;)) mit seinen Finanzen auseinander setzen. Für die Lebensplanung ist das meiner Meinung nach extrem wichtig!
      Liebe Grüße
      Rebecca

  1. Hey Rebecca 🙂
    Wieder ein sehr guter Artikel von dir 🙂
    Denke auch dass gerade auswärts essen gehen und Abos die man nicht nutzt ordentlich ins Geld gehen.

    Ich denke aber auch dass allgemein in Deutschland sehr intransparent mit Geld umgegangen wird. Ich frage meine Freunde und Familie natürlich was sie verdienen und zum Teil auch wieviel sie sparen können, um selbst Anhaltspunkte haben zu können. Diese Offenheit und auch Entspanntheit fehlt aber bei vielen anderen Deutschen habe ich das Gefühl wo leider immer noch die Devise herrscht: “Über Geld spricht man nicht”. Geld ist weder böse noch unanständig, indem man sich aber so verhält gibt man gerade jungen Leuten das Gefühl dass es unangebracht ist sich mit Finanzen auseinanderzusetzten.
    Indem man wie du jetzt, die Dinge ansprichst können wir hoffentlich eine Generation sein die offener und transparente mit Gehältern, Finanzen etc. umgeht 🙂

    Lieben Gruß,
    Franzi

    1. Liebe Franzi,
      da hast du absolut recht! Geld sollte definitiv kein Tabu-Thema sein. Warum auch? Es ist wichtig, dass wir uns über Finanzen (Gehälter, Spartipps, Investments, etc.) unterhalten. Wie soll man sonst an das Wissen kommen? Ich hoffe, dass es bald in die richtige Richtung geht und noch mehr Leute über das Thema Geld offen sprechen können.
      Liebe Grüße
      Rebecca

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